Auch ich möchte hier nochmal einhaken und lediglich auf folgende Punkte aufmerksam machen:
Die Gleise der EVS müssen im Trog rund 7,5 m (mindestens) unter Straßenniveau liegen, eher sogar 8 m. Dies ergibt sich aus dem Lichtraumprofil für eine elektrifizierte Bahnstrecke, plus der Höhe des Überbaus zur Überführung der Straße bzw. der Tram. Vom heutigen Haltepunkt Annapark bis zu Brücke über den Kurt-Koblitz-Ring sind es ca. 200 m Distanz. Wenn wir diesen Höhenunterschied auf dieser kurzen Strecke wieder überwinden möchten, dann erhalten wir eine Neigung der Strecke von ca. 40‰!
Was gilt nun in Deutschland? In Deutschland gilt (EBO / DB-Definition):
- Regelneigung: bis ca. 12,5 ‰
- Ausnahmefälle: bis 25 ‰
- Steilstrecke: > 25 ‰
Also hätten wir hier eindeutig eine Steilstrecke. Für eine Hauptbahn mit Oberleitung wäre das genehmigungstechnisch extrem schwer. Denn im Regelnetz wird so heute praktisch nicht mehr neu gebaut. Neubauten versuchen ≤ 12,5 ‰ einzuhalten, wobei die absolute Schmerzgrenze bei ≈ 25 ‰ liegt. Und hier lägen wir ja deutlich drüber.
Es wäre auch mit deutlichen betrieblichen Restriktionen zu rechnen:
- Begrenzte Zuglängen
- Begrenzte Zuggewichte
- Teilweise Schiebelokomotiven nötig
- Nur ganz bestimmte Triebfahrzeuge zugelassen
- Güterverkehr praktisch ausgeschlossen
- Strenge Regeln bei Nässe, Laub, Eis
Ich bin tatsächlich auf die Lösungsansätze des Projektteams gespannt, wie man mit dieser Problematik umgehen möchte.