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Alternative Spurbus

Alternative Spurbus

Eine Straßenbahnstrecke ist an einen Schienenkörper fest gebunden. Dafür müssen Straßen aufgerissen und Oberleitungen gebaut werden. Fällt ein Baum auf die Straße oder gibt es Bauarbeiten, kann die Straßenbahn nicht verkehren. Wäre es daher nicht einfacher, 30 m lange Spurbusse einzuführen und die Straße entsprechend mit einer optischen Markierung zu versehen (sodass auch Trassen mit geringerer Breite sicher befahrbar sind und auch ein fahrerloser autonomer Betrieb in Zukunft denkbar wäre)? Dann könnte dieser ganz normal auf Rädern verkehren und sämtliche Nachteile von Straßenbahnen wären kein Thema mehr. Der Spurbus könnte klimafreundlich mit Wasserstoff angetrieben werden, der aus überschüssiger Solarenergie produziert wird.

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Antwort

DIe Alternative Bus wurde bereits mehrfach diskutiert. Auch für einen "Spurbus" müsste eigene Infrastruktur geschaffen werden, wenn eine Beschleunigung erreicht werden soll, für die es zudem keine Förderung gäbe. Er kann auf seiner Spur auch nicht mehr verkehren, wenn es Baustellen gibt, insofern erschließen sich dessen Vorteile nicht. Für 30m lange Busse gibt es in Deutschland bisher keine Fahrzeuge und Genehmigungen, die Fahrgastkapazität wäre zudem geringer als bei Straßenbahnen. Es ist richtig, bei einem Bussystem hätte man die Nachteile einer Straßenbahn nicht, aber eben auch nicht die Vorteile: hohe Kapazität (und damit verbunden wenig Fahrpersonal), hoher Fahrkomfort, kurze Reisezeiten, leichtere Autonomisierbarkeit...

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Mo., 10.06.2024 - 15:24

Diese Frage kann ich nicht ohne weiteres nachvollziehen!
Davon ausgehend, dass ein knapp 21 m langer Daimler-Capacity-Bus maximal 199 Fahrgästen Platz bietet (bei einer allerdings äußerst dürftigen Zahl von nur 44 Sitzplätzen! - vgl. https://www.mercedes-benz-bus.com/de_DE/models/capacity/facts.html), kann man wohl unterstellen, dass ein 30 m langer Bus eine ähnliche Kapazität erreichen könnte wie die als Referenzmodell in der Machbarkeitsstudie zugrunde gelegten Stadler Citylink Chemnitz Trams (228 Plätze, davon aber 87 [!] Sitzplätze - vgl. https://stadlerrail.com/media/pdf/ttvms0116d.pdf).
Allerdings muss man m. E. auch davon ausgehen, dass der 30 m [!] lange Bus ausschließlich im Spurbus-Modus fahren kann (also in Ihrem Beispiel mit optischer Markierung) und nicht auch im "normalen" Fahrerbetrieb ohne Spurführung. Von Versuchen mit einem überlangen "normalen" Bus in Dresden hat man nichts mehr gehört, wenngleich die Herstellerfirma (Goebel ?) meiner Erinnerung nach insolvent geworden ist. Wenn also ein Baum auf die Spurbus-Trasse fällt oder diese durch Bauarbeiten blockiert wird - haben wir dann nicht die gleiche Situation wie bei der Tram? Und die Notwendigkeit, dort wo es möglich ist eigene Trassen für das System zu bauen, besteht beim Spurbus genau so wie bei der Tram!
Ein fahrerloser autonomer Verkehr ist bei einer Tram sicherlich mindestens ebenso so gut möglich wie beim Spurbus und für einen Wasserstoff-Antrieb dürfte das auch gelten.

Kleine Korrektur: Busse sind nur 2,55m breit (und dürfen laut StVO auch nicht breiter sein), die Straßenbahn wäre 2,65m. Und bei 40m Länge sind daher auch deutlich mehr Plätze drin, als bei 30m Länge.
Schon 25m lange Busse brauchen Sondergenehmigungen, um auf der Straße fahren zu dürfen. 30m lange Busse gibt es auf dem Markt gar nicht. Ganz richtig ist, dass man bei 30m langen, wenn es sie gäbe, immer spurgeführt fahren muss. Da sind wir bei der schienenlosen Straßenbahn, welche in China entwickelt wurde. Sie ist genauso wie eine Straßenbahn komplett spurgebunden und kann nicht außerhalb ihrer Trasse betrieben werden, da sie sonst nicht ihre Spur halten könnte.

Mehr in meinem Beitrag eins weiter unten.

Das Ganze hört sich auf den ersten Blick vielleicht nett an, ist aber aus verschiedenen Gründen ungeschickt.
Wie ich oben schon geschrieben habe, ist so ein Fahrzeug gar nicht außerhalb des Spur-Modus betreibbar, da es sich nicht vernünftig steuern lässt.
Dass ein solches Konzept einem Bauarbeiten ersparen würde, ist nicht korrekt. Durch die immergleiche Spurführung wird die Straße hochgradig mehr belastet als bei normalem Straßenbetrieb. Sogeannte Tram-sur-Pneu in Frankreich (spurgeführt auf Reifen) rufen eine unglaubliche Abnutzung der Asphaltfläche hervor. Schon nach wenigen Jahren muss der Asphalt getauscht werden. Alternativ kann man die gesamte Fahrbahn betonieren. Das ist in etwa genauso aufwändig und teuer wie Schienen zu verlegen (Bauarbeiten und Schienen sind noch langlebiger).
Bei blockierter Trasse aussenrum zu fahren ist ebenfalls nicht möglich, da die Fahrzeuge bei dieser Länge nicht normal gesteuert werden können.
Zusätzlich ist dieses Argument eigenartig, blockierte Straßenbahngleise durch umgestürzte Bäume etc. kommen sozusagen nie vor. Wenn ein Baum auf die Straße stürzt sind alle Verkehrsteilnehmer benachteiligt. Valider ist das Argument bei Unfällen, die die Gleise blockieren. Hier hat die Bahn tatsächlich ein keines Nachsehen. Generell ist das aber auch in anderen Städten mit etablierten Bahnen kein großes Thema und ein absoluter Ausnahmezustand.

Das oben vorgestellte System ist sozusagen ein BRT-System (Bus Rapid Transit). Das ließe sich tatsächlich umsetzen, und ist auch leistungsfähiger als ein normales Bussystem.
Wie auch in Kiel wurde auch in Aachen in der Machbarkeitsstudie dieses System untersucht. Aufgrund höherer langfristiger Betriebskosten konnte es sich nicht durchsetzen. Zwar ist das Investment beim Bau geringer, jedoch fehlt die Förderfähigkeit, und das System leidet unter deutlich höheren Betriebskosten.

In öffentlichen Verkehrssystemen kann man einfach sagen, dass es nicht wirklich Zielführend ist, das Rad neu erfinden zu wollen.
Die Systeme existieren so lange, dass man mittlerweile ein ziemliches Optimum erreicht hat. Straßenbahnen bleiben in der Gesamtbilanz extrem effizient und Leistungsstark.
Die wenigen Nachteile einer Straßenbahn wiegen niemals einem Alternativsystem auf. Nur in seltenen Fällen unter komplizierten Rahmenbedingungen lohnt sich der Griff in die Trickkiste zu einem anderen System (Seilbahn, Spurbus/Tram-sur-Pneu, BRT, ...)

Anstatt etwas total aussergewöhnliches bauen zu wollen sollten wir uns fokussieren auf etwas von dem wir wissen, dass es funktioniert.

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