Fahrzeuge und Betriebshof - Ergänzungsfragen / Personalbedarf

Fahrzeuge und Betriebshof - Ergänzungsfragen / Personalbedarf

a) Fahrzeuge: Wieviele Elektro-Gelenkbusse werden benötigt an Stelle einer der vorgesehenen Regiotram-Straßenbahnen, um die entsprechende Fahrgastzahl transportieren zu können? Wie lang ist die Nutzungsdauer eines Elektro-Gelenkbusses und im Vergleich dazu die einer Straßenbahn?
b) Betriebshof: Reicht der zentrale Busbetriebshof der ASEAG im Aachener Ostviertel auch weiterhin aus oder sind Erweiterungen bzw. ein zweiter Busbetriebshof erforderlich? Welche Auswirkungen hätte ein Verzicht auf die Regiotram hinsichtlich des/der Busbetriebshofs/-höfe?
c) Personalbedarf: Können Sie bei einem Verzicht auf die Regiotram die Personaleinsparungen wegen Fortfalls der Unterhaltung von Schienennetz und Oberleitungsnetz und den Personalmehrbedarf beim Fahrpersonal grob einschätzen? Ist ggf. sichergestellt, dass der Mehrbedarf beim Fahrpersonal auch rechtzeitig gedeckt werden kann (immerhin ist z. B. die bereits 2023 auf der Agenda stehende, dann aber - wohl wegen der Brückenbau-Probleme bei der A544 - auf 2024 verschobene Taktverdichtung bei den Linien 3/13 von 7,5- auf 5-Min.-Takt - beide Linien zusammen betrachtet - selbst zum Fahrplanwechsel am 02.09.2026 noch immer nicht realisiert worden!).

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Antwort

a) Zum Thema Kapazität und Vergleich mit dem Bus verweisen wir auf folgende Frage: https://regiotram-aachen.de/node/857. Die Nutzungsdauer eines Busses liegt bei etwa 8 bis 10 Jahren. Für Straßenbahnen werden in der Regel 30 Jahre angesetzt.

b) Ein Verzicht auf die Regiotram würde den Bau eines Straßenbahn-Betriebshofs entfallen lassen. Gleichzeitig müsste jedoch eine deutlich größere Busflotte abgestellt, gewartet und geladen werden. Es gabe bei der ASEAG bereits Überlegungen zu einem zweiten Busbetriebshof (dies ist auch der Grund für die Überlegungen bei einem Regiotrambetriebshof auch einen Busteil zu realisieren) sodass zusätzliche Ausbau und Kosten auch in einem reinen Busszenario nicht ausgeschlossen werden können.

c) Zum Personalbedarf liegen derzeit noch keine Einschätzungen vor. Grundsätzlich sind die Einsparungen beim Fahrpersonal erheblich, zumal auch die Qualifikationsanforderung an Straßenbahnfahrer geringer ausfallen als im Busbereich.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Mo., 21.09.2026 - 08:15

a) Fahrzeuge:
Eine 45-m-Regiotram kann je nach Ausführung etwa 370–450 Fahrgäste befördern. Ein 18-m-Elektro-Gelenkbus fasst etwa 146 Personen. Für die gleiche Kapazität wären daher grob 3 Gelenkbusse je Regiotram erforderlich. Bei einem 7,5-Minuten-Takt müsste die Tramleistung durch rund 20–25 Busfahrten je Stunde und Richtung ersetzt werden. Straßenbahnen haben mit etwa 30 Jahren eine deutlich längere Nutzungsdauer als Busse mit grob 12–15 Jahren. Busse sind also keine Alternative! In der praktischen Umsetzung nicht, ökonomisch und vom personellen Aufwand her auch nicht.

b) Betriebshof:
Ein Verzicht auf die Regiotram würde zwar den zusätzlichen Straßenbahn-Betriebshof überflüssig machen. Dafür wäre die deutlich größere Busflotte unterzubringen und zu laden. Der zentrale ASEAG-Betriebshof im Ostviertel wird bereits stark für den Elektrobusbetrieb ausgebaut. Ob er die zusätzlichen Busse vollständig aufnehmen kann, ist daher gesondert zu prüfen. Ein zweiter Busbetriebshof könnte trotz Wegfalls des Tram-Betriebshofs erforderlich werden. Es macht also keinen Unterschied. Weitere Kapazitäten werden benötigt.

c) Personalbedarf:
Durch den Verzicht entfielen schienenspezifische Tätigkeiten für Gleis- und Oberleitungsunterhaltung. Dem steht jedoch wie bereits angedeutet ein erheblich höherer Bedarf an Busfahrpersonal gegenüber: Für die gleiche Kapazität sind etwa drei Busse statt einer Tram und entsprechend deutlich mehr Fahrer erforderlich.

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