Regiotram: Die Politik verlegt die Trasse auf die Westseite der B57 – und sorgt sich um Bäume und geschützte Arten

Regiotram: Die Politik verlegt die Trasse auf die Westseite der B57 – und sorgt sich um Bäume und geschützte Arten

So titelt die Aachener Zeitung.

Dazu stellen sich mir einige Fragen: Ist eine Verlegung der Trasse auf die Westseite der B57 bereits beschlossen oder lediglich ein politischer Vorstoß? Welche Auswirkungen hätte dies auf den weiteren Planungsprozess und den Zeitplan? Gibt es aus fachlicher Sicht tatsächlich begründete Zweifel, dass der bisherige Trassenverlauf Bäume oder geschützte Arten in unzumutbarem Maße beeinträchtigen würde? Die Politik führt dies offenbar als zentrales Argument an. Wie bewertet das Projektteam der Regiotram diesen Vorstoß? Bei einer Verlegung der Regiotram auf die Westseite der B57 gäbe es eine zusätzliche Querung. Ist das korrekt und welche betrieblichen bzw. finanziellen Folgen hätte dies?

Meine persönliche Einschätzung als ortskundiger Bürger ist, dass dieser Vorstoß den Planungsprozess unnötig erschweren könnte. Der Bereich entlang der B57 ist bereits stark durch Verkehr und Landwirtschaft geprägt und aus meiner Sicht kein unberührter oder besonders seltener Naturraum. Auch der Waldstreifen zwischen der B57 und Alsdorf-Ofden bzw. dem Tierpark erscheint mir nicht als Bereich von außergewöhnlicher naturschutzfachlicher Bedeutung.

Natur- und Artenschutz sind bei Infrastrukturprojekten wichtig. Dennoch sollte abgewogen werden, ob eine Trassenverlegung tatsächlich einen relevanten ökologischen Mehrwert bringt oder vor allem zu Verzögerungen und höheren Kosten führt. Ein leistungsfähiger und zukunftsfähiger ÖPNV liegt im Interesse der Allgemeinheit.

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Antwort

Die Prüfung einer Trassenführung westlich der B57 geht in erster Linie auf technische und betriebliche Vorteile zurück, die im Zuge der Grundlagenermittlung möglich schienen. Die anschließenden Untersuchung hat ergeben, dass die Westvariante eine stärkere Bündelung von Verkehrswegen und ein geringere Flächenzerschneidung sowie eine Verringerung der Querungen von Feldzufahrten ermöglicht. Insbesondere die Hineinführung der Trasse in die jeweiligen Stadträume in Alsdorf und Würselen ist bei der Westvariante wesentlich verbessert. Darüber hinaus können im Bereich des Broichtals größere und betrieblich günstigere Gleisradien realisiert werden. 

Die Vor- und Nachteile beider Varianten wurden anschließend im Rahmen einer Gesamtabwägung bewertet. Dabei wurden neben technischen und betrieblichen Aspekten auch Umwelt- und Artenschutzbelange berücksichtigt. Die Erkenntnisse daraus sprechen ebenfalls für die Westvariante.

Die vertiefte Untersuchung der Westvariante ist dabei kein zusätzlicher politischer Umweg im Planungsprozess, sondern das Ergebnis neuer fachlicher Erkenntnisse aus der laufenden Planung. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Westvariante gegenüber der ursprünglich betrachteten Ostvariante mehrere Vorteile bietet und damit günstigere Voraussetzungen für die Umsetzung der Regiotram schaffen kann.

Wir haben jetzt auch eine Meldung auf die Startseite gesetzt, bei der auch der Gutachterbericht verlinkt ist.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Fr., 03.07.2026 - 10:51

So etwas ist ein völlig normaler Vorgang in der Planung. Zuvor wurde sich nur oberflächlich mit der Realisierbarkeit auseinandergesetzt.

Jetzt gehts es ans Eingemachte, die tatsächliche Trasse im Detail auszuwählen. Eine Verlängerung des Prozesses findet dabei nur unwesentlich statt, weil die andere Trasse ja bisher auch nur skizziert wurde. Ein zusätzliches Bauwerk wird nicht notwendig, in beiden Varianten gab es eine Brücke auf der Höhe des Birker Kreisverkehrs, ebenso wie eine Anpassung der Brücke über das Broichtal bei Alsdorf. Die Haltestelle bei Ofden ist deutlich geschickter gelegen, da dort das anliegende Haus nicht von B57 und Tram beidseitig umschlossen wird. Zusätzlich ist eine weitere Haltestelle in Würselen sinnvoll möglich, um die Erschließung nördlich der Gouleystraße sicherzustellen.

Es gibt im Ratsinformationssystem der Stadt Würselen einen gesamten Bericht darüber zu lesen. Ich war zuerst auch skeptisch, der Bericht konnte allerdings Klarheit schaffen und hat mich überzeugt, dass die Westvariante einfacher und besser ist.

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