Anregung zum Einsatz einer Tram mit oberleitungslosen Abschnitte

Anregung zum Einsatz einer Tram mit oberleitungslosen Abschnitte

Sehr geehrtes Regiotram-Team,

im Rahmen der aktuellen Planungen zur Regiotram bin ich auf Straßenbahnsysteme gestoßen, die abschnittsweise ohne Oberleitung fahren können – z. B. Modelle wie die CAF Urbos 3, die über entsprechende Energiespeicher verfügen. (https://de.wikipedia.org/wiki/CAF_Urbos#Urbos_3).

Der Einsatz eines streckenweise oberleitungsfreien Systems könnte dabei verschiedene potenzielle Vorteile bieten:

- Reduzierter baulicher Aufwand, besonders in engen oder historischen Bereichen.
- Verbessertes Stadtbild, da keine Masten oder Leitungsinfrastruktur erforderlich sind.
- Potenzielle Kostenvorteile durch geringere Infrastruktur- und Wartungskosten.
- Flexiblere Streckenführungen dank wegfallender Oberleitungsabhängigkeit.
- Schonender Umgang mit denkmalgeschützten Bereichen, da weniger Eingriffe notwendig sind.

Mich würde interessieren, ob solche Systeme schon Teil Ihrer bisherigen Evaluierung waren oder ob deren Einsatzfähigkeit für Aachen möglicherweise geprüft werden könnte.

Vielen Dank vorab für Ihre Rückmeldung und Ihre Arbeit an diesem wichtigen Projekt für die Region.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Jakob

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Antwort

Oberleitungsfreiheit ist heutzutage bei neuen Systemen keine Ausnahme mehr. Alle Fahrzeughersteller bieten diese an. Daher prüfen wir das aktuell auch für die Regiotram Aachen. Bei zwei der von Ihnen aufgezeigten Vorteile würde ich widersprechen: 

Die Nutzung von Akkufahrzeugen ist teurer als die komplette Ausstattung der Trasse mit Oberleitung. Dies liegt vor allem daran, dass Oberleitungen eine Lebensdauer von 60 bis 100 Jahre aufweisen, sich die einmal getätigte Investition also über einen langen Zeitraum verteilt. Die Fahrzeuganschaffungs- und Betriebskosten sind durch Austausche der Akkus und schwerere und kompliziertere Fahrzeuge auf Dauer teurer und überwiegen die einmaligen Investitionskosten deutlich. Wie genau das Verhältnis bei der Regiotram sein wird ergibt sich in den Untersuchungen. Anschließend werden wir entscheiden, ob Akkuzüge zum Einsatz kommen können.

Eine flexiblere Streckenführung können wir nicht erkennen, da bei der Umsetzung von Straßenbahnen die Gleise der limitierende Faktor sind.

Gleichwohl bietet die Oberleitungsfreiheit natürlich Vorteile im Stadtbild und in Bezug auf die Rettungswege durch die Feuerwehr.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Di., 03.03.2026 - 16:49

Ja, in der Machbarkeitsstudie wird erwähnt, dass das untersucht wird.

Derzeit wird in der Ausführungs- und Genehmigungsplanung identifiziert, wo und ob das sinnvoll einsetzbar ist.
Ich möchte aber einige Punkte einordnen, die Sie nennen:
- Reduzierter Baulicher Aufwand und
- Kostenvorteile
...sind tatsächlich eher nicht der Punkt. Akkubetrieb ist prinzipiell immer mit Mehrkosten verbunden, da Batterien nicht besonders günstig sind und Oberleitung gar nicht mal so teuer. Zur Einordnung: Bei Bahnstrecken lohnt sich eine Elektrifizierung wirtschaftlich schon, wenn mind. 1x pro Stunde ein Zug verkehrt - hier wären es 8 pro Stunde. Wartungskosten der Infrastruktur fallen gegenüber der Wartungskosten der Batterien und dem potenziellen Ersatz der Batterien nicht ins Gewicht. Der bauliche Zusatzaufwand ist verschwindend gering, sodass er nicht wirklich ins Gewicht fällt.

- Flexiblere Streckenführung
...man kann grundsätzlich sagen: Die Planung einer möglichen Strecke wird durch Oberleitung nicht eingeschränkt. Alle Strecken ohne sind auch mit Oberleitung baulich realisierbar.

- Stadtbild und schonender Umgang mit historischen Bereichen
...das ist der springende Punkt. Wenn das gewollt ist, ist ein streckenweise Akkubetrieb genau dafür geeignet und wird bisher auch aus diesem Grund in verschiedenen Städten eingesetzt.
Ich sehe abseits des Theaterpl. und des Elisenbrunnens keine sensiblen Bereiche. Die Oberleitung ist nie in der Sichtachse, m.M.n. kann man daher auf Akkus verzichten

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