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Zur Problematik der Anbindung des Annaparks in Alsdorf

Zur Problematik der Anbindung des Annaparks in Alsdorf

Die derzeitig favorisierte Variante zur Anbindung der Regiotram an den ZOB Annapark Alsdorf sieht ein aufwendiges Brückenbauwerk in Verbindung mit der aufwendigen "Tieferlegung" der Euregiobahntrasse im Bereich des Bahnübergangs vor. Dieses Großbauvorhaben hätte zur Folge, dass für einen Zeitraum von mehreren Jahren der Haltepunkt Annapark durch die Euregiobahn nicht mehr erreichbar sein würde. Darüber hinaus müssten die Busverbindungen der (Linie 51) und weitere aufwendige Umwege über die B 57 (Kurt-Koblitz-Ring) fahren, da der nahegelegene Bahnübergang Broicher Straße ebenfalls von der "Tieferlegung" der Euregiobahntrasse betroffen wäre. Daher ist es erforderlich, diese Variante ernsthaft zu überdenken.

Meine Ortsbesichtigung hat ergeben, dass sich die Trasse der Euregiobahn nur wenige hundert Meter westlich des Annaparks in Höhe des Gebäudes der Zahnarztpraxis Pohlen aufgrund des in westlicher Richtung ansteigenden Geländes bereits in einer Tallage befindet. Deshalb halte ich die ernsthafte Prüfung einer alternativen Trassenführung der Regiotram für erforderlich und sinnvoll:
In Kürze: Alsdorf Würselener Straße wie geplant, Abzweigung der Trasse nach links in nordwestlicher Richtung am Fuß der Bergehalde und hinter der Bebauung, Querung der Prämienstraße, Regiotram Brücke über in Tallage geführter Euregiobahn, Einbeziehung der natürlichen Anhöhe, Rechtsbogen und Führung über die Konrad-Adenauer-Allee bis zum ZOB Annapark.

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Antwort

Eine Hochführung der Regiotram wurde im Rahmen der Stufe 1 der Machbarkeitsstudie, wenn auch noch unter der Annahme einer Weiterführung westlich um Alsdorf diskutiert. Diese Variante wurde damals vor allem wegen der erheblichen Eingriffe in private Grundstücke und der technischen Herausforderungen nicht weiterverfolgt. Betrieblich spricht alles für die Beseitigung des Bahnübergangs.

Ohne das konkret technisch geprüft zu haben: Die maximale Neigung für die Regiotram an dieser Stelle sehen wir bei 6 %. Demnach sind Rampen von ca. 170 Metern sowie ein enger Bogen erforderlich. Die Haltestelle kann zudem nicht in der Neigung angelegt werden, weswegen vermutlich eher ein längerer Weg erforderlich wird. Ausgehend von diesen Prämissen halten wir eine Verlängerung des Fahrweges von 600 bis 700 Metern bei sehr langsamer Geschwindigkeit für realistisch. Wir würden hier überschlägig eine Fahrtzeitverlängerung von mindestens 2 Minuten einrechnen. Zudem ist der Verschleiß an Schiene und Fahrzeug bei dieser Trassierung sehr hoch gerade auch im Vergleich zur geraden Führung über die EVS-Strecke.

Die Beseitigung der Schranke hat nach Umsetzung zudem positive Auswirkungen auf den PKW-, Bus und euregiobahnverkehr.

Die Gesamtbauzeit an dieser Stelle kalkulieren wir tatsächlich auf ein bis zwei Jahre, allerdings wird nicht während der gesamten Zeit die Straßenverbindung unterbrochen sein. Es wird voraussichtlich hier mit Behelfsbrücken gearbeitet werden können.

Die Erreichbarkeit von Annapark während der Bauphase wird voraussichtlich durch einen Ersatzverkehr zu den naheliegenden Eisenbahnhaltepunkten Busch und Kellersberg sichergestellt werden. Die Buslinienführung ist noch unklar, das kommt auch darauf an, wie lange diese dann tatsächlich unterbrochen ist. Gegebenenfalls wird es dann eine Durchbindung der 51 über den Kurt-Koblitz-Ring und zu zusätzlichen Umstiegszwängen kommen.

Wir werden das nochmal mit der Stadt Alsdorf diskutieren, sehen Ihren Vorschlag aber mit erheblichen Nachteilen für die Atraktivität das spätere Verkehrsangebotes verbunden.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Di., 09.12.2025 - 01:08

Gar keine so unsinnige Idee, ich befürchte nur, dass das durch erforderlichen Grunderwerb und Dammaufschüttung/Längere Brücke kaum günstiger sein wird, zumal man sich dann nicht die Kosten mit der EVS teilen kann, welche ja ebenfalls an der Beseitigung des Bahnübergangs interessiert ist. Mit der dazu längeren Fahrzeit habe ich meine Zweifel, dass sich das langfristig wirtschaftlich lohnt. Lediglich die Bauzeit wäre mit weniger Einschränkungen verbunden, ich glaube aber auch nicht, dass das wirklich mehrere Jahre dauert sondern in max. 2 Jahren der Bahnhof vollständig umgebaut ist, wenn man es vernünftig macht (wie z.B. bei der Haarbachtalbrücke geschehen)

Gespeichert von Gast am Mi., 10.12.2025 - 19:26

Das hatte ich schon vor 2 Jahren hier thematisiert. Ich sehe bei der bisherigen Planung auch das Problem, dass die Steigung der Strecke der EVS zwischen Annapark und der Brücke über den Kurt-Koblitz-Ring sehr hoch sein wird. Ich weiss nicht, ob das wirklich im Interesse der EVS sein kann. Zum einen könnten dann dort in Zukunft, wenn die Strecke elektrisiert ist, keine Güterzüge mehr fahren. Und zum anderen müssten die neuen Züge, welche die heutigen Talent-Triebzüge ersetzen sollen, weitere spezielle technische Anforderungen erfüllen. Nämlich Anforderungen welche eine Steilstrecke erfordert.

Gespeichert von Andreas Kuntze am Do., 11.12.2025 - 09:20

Ist es nicht so, dass die Stadt Alsdorf den Bahnübergang ohnehin perspektivisch beseitigen möchte und dafür sogar ein Förderantrag an go.Rheinland gestellt wurde? Ich meine ich hätte dazu mal etwas dazu in den Sitzungsunterlagen gelesen. Eventuell kann man da nicht nur zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, sondern die Sache mit entsprechenden Fördergeldern auch recht günstig halten.

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