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Regiotram

Regiotram

Sehr geehrtes Team, Sie geben etwa 335 Mio€ als Kosten an, obwohl bereits 2013 die viel kleinere/kürzere Campusbahn "nur" 240 Mio€ kosten sollte? Bisher sind alle öffentlichen Großprojekte teurer geworden und jetzt hier? Auch die jährlichen Folgekosten sind nicht transparent. Die Alternativen E-Busse, autonome Busse, Wasserstoffbusse, Oberleitungsbusse sind nicht weiter beschrieben, sondern nur als nicht geeignet in die Ecke gestellt worden! Der enorme Einfluss während der Bauzeit und die Einzelprobleme der Trassenführung sind für die Anwohner nicht beschrieben worden, ebenso die spätere permanente Geräuschkullisse zusätzlich zu den vorhandenen Verkehrsteilnehmern, vor allem in der Innenstadt, sind nicht ausreichend beschrieben worden? Bei 10-15 Jahren sollten die neuesten Forschungen und deren intensive Weiterverfolgung angemessen oder überhaupt berücksichtigt und beschrieben, denn die Regiotram kann z.B. nicht all die Nebenstrecken bedienen. Diese könnten aber schon heute durch die Busflotte mit Verbesserungen viel positiver sein. Was ist denn z.B. in den Orten passiert, die die Tram abgelehnt haben? Nicht nur ein politisches Wunschprojekt mit lauter angeblichen unproblematischen Auswirkungen vorstellen, sondern fair und ausgewogen objektiv beschreiben und berichten. Zur Gesamtbetrachtung gehört weit mehr als nur eine angeblich alternativlose Version. Ich danke Ihnen für weitere Infos, die möglichst alle Aspekte beinhalten. Markus Zegels

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Antwort

Zunächst zu den Kosten: Die 330 Millionen zum Preisstand 2021, die für die Regiotram überschlägig kalkuliert wurden beinhaltet die Infrastrukturkosten von 300 Mio. € und die überschlägigen Planungskosten in Höhe von 10% der Investitionskosten. Fahrzeuge und Betriebshof sind in dieser Summe nicht enthalten. Laut Aachener Zeitung (https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-aachen/aachen/campusbahn…) lagen die Infrastrukturkosten für die Campusbahn bei 130 Mio. Euro. Die Regiotramtrasse ist zwar acht Kilometer länger als die Campusbahn, bei rund sieben Kilometer Außerortsstrecke fallen diese Zusatzkilometer aber im Hinblick auf die Gesamtkosten nicht so stark ins Gewicht.

Die jährlichen Folgekosten wurden in der Machbarkeitsstudie für den Betrieb mit 3,6 Mio. € p.a. errechnet hier sind auch die Fahrzeugkosten enthalten. Der Infrastrukturunterhalt schlägt mit 1,7 Mio € p.a. zu Buche, dem gegenüber stehen höhere Fahrgelderträge in Summe von 2,9 Mio. €. Die genannten Zahlen sind alle veröffentlicht, mangelnde Transparenz können wir nicht erkennen.

Die Tram ist nur ein Baustein des zuküntigen öffentlichen Verkehrsangebotes. Busse werden weiter die Anbindung an die Tram sicherstellen. Grundsätzlich ist die Tram aber besser geeignet Strecken mit hoher Nachfrage zu bedienen, da sie eine höhere Kapazität anbieten kann. Dies wurde auch entsprechend geprüft, mit einem alternativen Busangebot verglichen und hier veröffentlicht.

Wie bereits in den entsprechenden Nachfragen beschrieben, erwarten wir durch die Regiotram, wo sie im Straßenraum unterwegs ist keine zusätzliche Lärmbelastung, da die Busse entsprechend entfallen und der Verkehr allgemein reduziert wird. Gleichwohl wird es ein Lärmgutachten hierzu geben.

Ja, Details sind noch nicht überall bekannt, weswegen auch konkrete Auswirkungen auf den Einzelnen nicht bestimmt werden können. Die Bauphase wird eine Herausforderung werden, aber hiermit kann eine Infrastruktur erstellt werden, die auch in fünfzig oder hundert Jahren ein qualitativ hochwertiges Verkehrsangebot ermöglicht.

Die Orte, die die Tram abgelehnt haben, haben heute die gleichen Verkehrsprobleme wie vor der Entscheidung. Die Ablehnung der Campusbahn in Aachen hat definitiv nicht zu den entsprechenden Alternativen in Form von besserem Busangebot geführt, weil diese schlicht nicht umsetzbar sind. Wenn wir ein gutes Verkehrssystem in der Region wollen, brauchen wir die Schiene. Eine Alternative gibt es gleichwohl immer: Es ist der Status quo mit den entsprechenden Problemen.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Mo., 24.11.2025 - 09:28

1. Die Campusbahn wäre quasi ausschließlich durch städtisches Gebiet gefahren. Die Baukosten sind hier aufgrund eines höheren Planungsaufwandes und zusätzlichem Aufwand beim Bau selbst, höher als beispielsweise bei Überland-Strecken. Das ist wohl der wichtigste Grund weshalb die kürzere Strecke der damals geplanten Campusbahn im Verhältnis zur Regiotram relativ teuer wirkt.
2. Alternativen zur Tram werden in der Machbarkeitsstudie nicht einfach "in die Ecke gestellt", sondern das Pro und Kontra werden klar aufgeschlüsselt (vielleicht nochmal geneuer lesen?).
3. Ja damit es langfristig besser wird, muss man kurzfristig auch einmal Einschränkungen hinnehmen. So wird es dann auch mit dem Baulärm sein. Dieser wird sich aber natürlich nicht auf der gesamten Streckenlänge über die gesamte Bauzeit durchgängig hinziehen.
4. Die Lärmemissionen werden sich durch eine Straßenbahn reduzieren. Straßenbahnen sind leiser als Dieselbusse und die Erfahrung aus anderen bereits umgesetzten Projekten zeigt, dass durch eine Straßenbahn mehr Pendler auf den ÖPNV umsteigen, was dann weniger PKW-Verkehr bedeutet. Schauen Sie sich einmal die ersten Zwischenergebnisse der vor einem halben Jahr eröffneten Straßenbahn in Lüttich an. Die haben jetzt schon einen Anstieg von ca. 50% bei den Fahrgastzahlen.

Allgemein: Aber auch hier wieder: Lesen Sie sich die Machbarkeitsstudien aufmerksam durch. Und schenken Sie dem Urteil der Experten mehr Vertrauen. Deren Referenzen und Reputation spricht hier für sich.

Gespeichert von Hans-Peter Lindemann am Mo., 24.11.2025 - 12:48

Ich kann als häufiger Besucher der Stadt Aachen das Projekt nur befürworten ! Es ist schlichtweg überfällig da der Busverkehr in der Region einfach nur schlecht ist ! Gerade in der letzten Woche konnte ich das wieder hautnah erleben. Ständig überfüllte Fahrzeuge, ein intransparentes Liniennetz und mangelhafte Info an den Haltestellen lassen mich meist die Alternative vorziehen zu Fuß zu gehen. Hier bekommt die Erklärung für Bus eine neue Qualität: ,,Beförderung untersten Standard " Schöne Grüße aus Hamburg

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