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Volskentscheid

Volskentscheid

2013 gab es in Aachen einen Volksentscheid gegen die Campusbahn
2015 gab es in Oberhausen einen Volksentscheid gegen die Linie 105
2020 gab es in Wiesbaden einen Volksentscheid gegen die CityBahn
2024 gab es in Regensburg einen Volksentscheid gegen die Stadtbahn.

Das Gesamtbild zeigt eindeutig, dass Straßenbahnen bei den Deutschen unerwünscht sind. Kein Wunder, gilt die Straßenbahn doch als Hauptverkehrsmittel der sozialen Unterschicht.

Projekte wie Stuttgart 21 oder die Nord-Süd-Stadtbahn in Köln wurden ohne Beteiligung des Volkes beschlossen und statt sie zu stoppen, werden sie trotz massiver Kostensteigerungen immer weitergebaut. Dafür werden dann fleißig die Parkgebühren erhöht, um den Bürger immer mehr zu schröpfen.

Aus welchem Grund sträubt man sich hier vor einem weiteren Volksentscheid und versenkt jetzt so viel Geld in Planungskosten?

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Antwort

Zunächst: Zu Stuttgart 21 gab es einen Volksentscheid (zugegeben bei fortgeschrittenem Projektstand), der positiv ausfiel, auch die Stadtbahn Erlangen (Stadt-Umland-Bahn) wurde schon zweimal durch einen Bürgerentscheid gefordert.

Die Wahlbeteiligungen bei diesen Volksentscheiden liegen dabei regelmäßig bei unter 50% (Campusbahn 43%, Wiesbaden 46%, Oberhausen 23%), ob hiermit eine höhere demokratische Legitimierung als durch die gewählten Räte hergestellt wird sei dahingestellt.

Es gibt den klaren politischen Willen in allen beteiligten Kommunen, die Regiotram umzusetzen. Insofern ist das Geld in Planungskosten nicht versenkt, sondern dient einem klar definierten Ziel.

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Kommentare

Gespeichert von Gast am Do., 06.11.2025 - 11:02

Weil der Bürger aufgrund sachlich unbegründeten Bauchgefühls entscheidet. Alle diese Entscheidungen hätten, wären sie positiv ausgefallen, aus verkehrswissenschaftlicher Sicht eine Besserung gebracht und die Verkehrssituation in allen dieser Städten sähe nun besser aus.
In Deutschland sind nicht Straßenbahnen unerwünscht, in Deutschland "ist alles unerwünscht", sobald irgendetwas nicht einsignifikantes geändert wird.

Der Vergleich mit der Nord-Süd-Stadtbahn und S21 hinkt gewaltig, weil es dabei um Tiefbauprojekte geht, welche viel größere Gefahr laufen, aus dem Kostenrahmen zu laufen.
Sicherlich kann es auch bei einer Straßenbahn zu kleineren Kostensteigerungen kommen, die fallen aber allgemein verhältnismäßig aus, wie man an anderen Straßenbahnprojekten in DE erkennen kann. Kostensteigerungen sind oft auch ein Ergebnis von inkonsistenter Politik, Hin- und Her und zig Klagen die von neunmalklugen Bürgern eingereicht werden.

Wie wäre es mit etwas Vertrauen in unsere Wissenschaftler und Ingenieure, die wir in den Medien gerne so hoch loben und deren Empfehlungen dennoch von einem Großteil der Deutschen immer wieder infrage gestellt wird oder diskreditiert wird, da sie meinen, alles besser zu wissen??

Dankeschön!

Gespeichert von Gast am Do., 06.11.2025 - 11:13

Genau, bei Deutschen unbeliebt, merken Sie den Fehler?

Während alle unsere Nachbarländer neue Straßenbahnen aus dem Boden stampfen
Lüttich (B), eine Vielzahl an Städten in Frankreich, Odense und Kopenhagen (DK), Genf (CH), Luxemburg, Utrecht (NL)
lehnen wir solche Neubauten lieber ab. Komisch nur, dass in anderen Ländern viel weniger Verkehrsprobleme herrschen und die Städte lebenswerter sind. Das nenne ich kognitive Dissonanz!

Gespeichert von Gast am Do., 06.11.2025 - 14:00

Um es mal an einem Beispiel zu erklären: Wenn ich zum Arzt gehe und dieser mir eine konkrete Behandlung vorschlägt, dann gehe ich danach doch auch nicht ins Wartezimmer und lasse dann dort die Patienten über meine Behandlung abstimmen. Ich vertraue doch schon lieber auf die Expertise meines Arztes und nicht auf das Halbwissen und das subjektive Bauchgefühl der anderen Patienten im Wartezimmer. Das sollte doch eigentlich für jeden einleuchtend sein...???

Sollte es. In Deutschland ist es aber Volkssport, sein eigenes Fachwissen massiv selbst zu überschätzen. Gerade auf dem Gebiet Verkehrsplanung haben viele den Eindruck, durch ihre Teilnahme am Verkehr "den Überblick" zu haben und Wirkungen abschätzen zu können. Das ist die Riesenherausforderung, vor der wir leider andauernd stehen. Verkehrswissenschaft und -planung wird auf öffentlicher Bühne selten als so komplex betrachtet, wie sie es eigentlich ist.
Aber ich glaube, dir/ihnen erzähle ich da nichts neues, schließlich scheinen wir einer Meinung zu sein ;)...

Beim Arzt entscheidest immer noch du über die Behandlung und es wird dir nichts aufgezwungen. Wenn diese Bahn an meiner Haustür vorbei gehen soll, werde ich klagen. Ich habe keine Lust auf Dauerbaustellen, Lärm, Infraschall, Elektrosmog, wegfallende Parkplätze usw.

Naja... Ich gehe ja in der Regel zum Arzt, wenn ich ein akutes Problem habe, welches behandelt werden MUSS. Und auch ich selbst weiß es auch nicht besser als ein Arzt, was für mich die beste medizinische Behandlung ist. Nichts zu tun ist jedenfalls gar keine Option. Und das ist ja beim ÖPNV in und um Aachen ja auch nicht anders. Hier muss durch Gutachter bestätigt auch etwas passieren.

Was die Bauarbeiten betrifft: Es wird sicher nicht über Jahre hinweg ausschließlich an einer Stelle gearbeitet, sondern abschnittsweise. Dadurch unterscheidet sich die Situation kaum von anderen notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa einer Kanalsanierung. Solche Eingriffe lassen sich nicht völlig vermeiden.

Zum Thema Lärm: Eine Straßenbahn verursacht weniger Geräusche als ein Dieselbus. Zudem ist davon auszugehen, dass viele Pendler bei einem attraktiveren ÖPNV-Angebot auf das Auto verzichten werden, was insgesamt zu einer ruhigeren Verkehrssituation führen kann. Sie haben also eine gute Perspektive, welche weniger Lärm als er heute existiert vermuten lässt.

Infraschall und elektromagnetische Felder treten zwar auf, liegen bei Straßenbahnen jedoch nachweislich weit unter den gesetzlichen Grenzwerten und gelten als gesundheitlich unbedenklich.

Sie können da ja gerne klagen, aber Aussicht auf Erfolg wird das ganz sicherlich nicht haben...

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